Vor den Toren Nürnbergs
Übersicht
Länge der Tour
27 km
Höhendifferenz
240 m
Dauer
3 h
Schwierigkeit
Leicht
Tourencharakter
Wir starten am geschichtsträchtigen Hauptmarkt, radeln durch die Wöhrder Wiese und entlang der Pegnitz. Dann geht es durch den Lorenzer Reichswald zum idyllisch inmitten alter Sandsteinbrüche gelegenen Tiergarten und zurück nach Nürnberg.
Beste Jahreszeit
Frühling, Sommer, Herbst
Ausgangspunkt
Nürnberg, Hauptmarkt
Endpunkt
Nürnberg, Hauptmarkt
Kartentipp
L 6532 Nürnberg oder UK 50-18 Nürnberger Land oder Stadt Nürnberg, Fahrradstadtplan
Markierungen
Radausschilderung nach Lauf; Fünf-Flüsse-Radweg; im Reichswald teilweise Radwegausschilderung »19«
Einkehrtipp
Gastwirtschaft Endres, Aussiger Platz 1, 90480 Nürnberg, Tel. 0911/409 97 11, www.endresgarten.de
Makierung
Radausschilderung nach Lauf; Fünf-Flüsse-Radweg; im Reichswald teilweise Radwegausschilderung »19«
Wegverlauf
Der Wegverlauf: Wir starten am schönsten und bekanntesten Platz in Nürnberg, dem Hauptmarkt, mit Frauenkirche und dem »Schönen Brunnen«. eDie Frauenkirche wurde 1349 von Karl IV. gestiftet, der als Bauplatz einen Teil des niedergebrannten Judenviertels bestimmte. Anstelle der Synagoge des Alten Bundes ließ er ein der Maria geweihtes Gotteshaus errichten. Die Kirche wurde nach dem Vorbild der Pfalzkapelle in Aachen erbaut: Sie ist ebenso als Zentralbau angelegt, hier allerdings verwirklicht durch das fast quadratische Langhaus. Dreischiffig mit drei Jochen war sie die erste gotische Hallenkirche in Franken. Der gesamte Schmuck wurde der Westfassade zum Markt zuteil: der dominante nischenbesetzte Dreiecksgiebel und der ausgreifende, vertikal gegliederte Portalbau, Meisterleistungen des Architekten. Der gesamte Bau ist von monumentaler kubischer Geschlossenheit. Besonders reichhaltig ist die fast vollständig in vorreformatorischer Zeit entstandene Innenausstattung: zwei Arbeiten von Adam Kraft – das Perkenstorfer Epitaph von 1499 und das Grabdenkmal der Familie Rebeck –, an den Wänden um 1360 entstandene Steinfiguren – Stiftungen der Nürnberger Patrizier – und nicht zuletzt der Tucheraltar aus der Zeit um 1450, das als bedeutendstes Werk der Tafelmalerei vor Dürer gilt. eIn Form einer gotischen Kirchturmspitze ragt der Schöne Brunnen 19 m hoch empor. Er wurde zurückgehend auf Planungen unter Karl IV. im 14. Jh. errichtet. Seine Skulpturen zählen zu den bedeutendsten Werken der Nürnberger Kunst dieser Zeit. Für die Menschen jener Zeit stellten die Figuren des Brunnens allgemein verständliche Symbole dar, und das fließende Wasser stand für den Tod und die Auferstehung Christi und damit auch für die Reinigung und Wiedergeburt des Menschen. In der obersten Reihe symbolisieren Moses und die sieben Propheten das gerechte Regiment. Die Figurenreihe darunter zeigt neun Helden als ideale Sachwalter der Gerechtigkeit, die den sieben Kurfürsten eine Mahnung für ihre Herrschaft sein sollen. Darunter künden die vier Evangelisten und die vier Großen Kirchenväter vom christlichen Glauben. Gleichsam als Diener der Gotteserkenntnis befinden sich zu Füßen der Pyramide die Philosophie (Sokrates) und die Sieben Freien Künste (Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie). Wegen der häufigen Benetzung durch das Wasser litt die steinern Substanz im Laufe der Zeit und schließlich mussten alle originalen Teile des Brunnes ersetzt werden: Der heutige Brunnen stellt eine vollständige Kopie in Muschelkalk dar. Vor der Frauenkirche stehend, wenden wir uns nach rechts, dann gleich links in die Spitalgasse und fahren vorbei am Heilig-Geist-Spital.Nun folgen wir der Ausschilderung nach Lauf: Es geht über die Pegnitz und gleich wieder links, kurz danach über die Agnesbrücke und danach gleich wieder links und – weiterhin der Ausschilderung nach Lauf folgend über die Wöhrder Wiesen am Wöhrder See entlang. Nach insgesamt ca. 5 km unterfahren wir die Autostraße und gelangen zur Gaststätte Satzinger Mühle. Hier geht es links und gleich wieder rechts. Mit der nächsten Brücke überqueren wir die Pegnitz, halten uns rechts und oben an der Bahn wieder rechts. Nach 1 km geht es rechts hinunter und weiter durch die Auwiesen. Die Ausschilderung nach Lauf führt uns hinter Oberbürg durch die ehemalige Industriesiedlung Hammer. eIn Hammer kommt man den Anfängen der Industrialisierung in Nürnberg auf die Spur. Seit dem 13. Jh. wurde hier die Wasserkraft der Pegnitz genutzt, um bis in den Zweiten Weltkrieg hinein Messingblech zu produzieren. Der immer noch einheitlich wirkende Komplex besteht aus der Ruine des 1943 durch einen Luftangriff zerstörten Herrenhauses und des Gasthauses, dem Uhrenhaus und weiteren Arbeiterwohnhäusern. Das Industriegut war befestigt, es sind noch Mauern, eine Tordurchfahrt und Wehrtürme vorhanden. Im »Uhrenhaus« befindet sich heute eine Ausstellung über das Gut und seine Geschichte sowie die Industrialisierung (Apr.–Okt. So 14–17 Uhr).Wir unterfahren die Autobahn und folgen nun der Ausschilderung des Fünf-Flüsse-Radwegs nach Malmsbach. An der Behringersdorfer Straße angekommen, schwenken wir nach rechts – vorbei am Schwaiger Schloss. Wir rollen durch Schwaig, überqueren an der Fußgängerampel die Straße, unterfahren die Bahn und gelangen auf den Oberen Röthelweg, der uns zum Kreisel führt. Hier geht es leicht schräg links hinauf auf den Schotterweg, der uns über die A 3 in den Lorenzer Reichswald bringt. eGenauso wie die Nürnberger Altstadt durch die Pegnitz in die Lorenzer und in die Sebalder Altstadt geteilt ist, ist auch der Nürnberger Reichswald unterteilt in den Lorenzer Reichswald südlich der Pegnitz und den Sebalder Reichswald nördlich der Pegnitz. Dominierend sind die Nadelhölzer Kiefer und Fichte, die 80 % des Bestandes ausmachen. Durch die starke Verbreitung der Kiefer mit ihren kahlen Stämmen erhielt der Reichswald den Beinamen Steckerlaswald. Vor dem Eingreifen des Menschen standen Eichen und Kiefer hier in einem nahezu ausgeglichenen Verhältnis. Durch intensive Holzentnahmen wies der Wald beim Übergang der Stadt Nürnberg an das Königreich Bayern kein geschlossenes Waldgebiet mehr auf. Bei großflächigen Aufforstungen verwendete man nun schnell wachsende Kiefer- und Fichtenbäume und schuf dadurch ausgedehnte Monokulturen. Dies begünstigte die Verbreitung von Schädlingen, denen in immer kürzeren Abständen große Teile des Waldes zum Opfer fielen. Erst Ende der 1980er-Jahre begann man mit der Neupflanzung von Laubbäumen. Trotzdem ist das Erscheinungsbild des Waldes auch heute noch von Nadelhölzern dominiert.Im Wald orientieren wir uns bis hinauf zur Roten Marter an der Radwegausschilderung »19«. Dort geht es scharf rechts. Wir rollen immer geradeaus bis zur T-Kreuzung, wo es auf dem Teersträßchen nach links geht. Kurz danach stoßen wir auf eine breitere Straße, der wir nach rechts zum Eingang des Tiergartens folgen. eDer Nürnberger Tiergarten gehört zu den landschaftlich schönsten und auch größten Einrichtungen seiner Art in Europa. 1912 wurde der ursprüngliche Tiergarten am Luitpoldhain am Dutzendteich errichtet. Weil er dort den Plänen für das neu zu gestaltende Reichsparteitagsgelände im Weg war, musste er 1939 weichen. Dies erwies sich als Glücksfall: Zwischen aufgelassenen Sandsteinbrüchen erstreckt sich heute auf 63 Hektar Fläche eine weiträumige Parkanlage, auf der mehr als 2000 Wildtiere aus über 300 Arten gehalten werden. Äußerst harmonisch wurden die Tierhäuser im altfränkischen Baustil in die Landschaft eingefügt. Im Gegensatz zur Haltung möglichst vieler Tierarten in Käfigen und Kleingehegen konnten seit 1939 große Tiergruppen in ausgedehnten Freigehegen angesiedelt werden. Ganz besonders hat man sich der Zucht und Vermehrung gefährdeter Tierarten angenommen. (Am Tiergarten 30, 90480 Nürnberg, Tel. 0911/545 46, www.tiergarten.nuernberg.de; Frühjahr/Sommer tägl. 8–19.30 Uhr, Herbst/Winter 9–18 Uhr) Aus dem Eingang des Tiergartens tretend, folgen wir der Straße Am Tiergarten nach links und biegen nach kurzer Zeit in die Bingstraße. Den Zabokreisel verlassen wir auf der Zerzabelshofer Hauptstraße wieder. An der Kachelstraße geht es kurz rechts und gleich wieder links auf den Aussiger Platz. Über den Rad- und Fußweg erreichen wir die Metthingstraße. Diese mündet in einen Rad- und Fußweg, der die Bahn unterfährt, die Goldbachstraße überquert und zum Zeltnerschloss führt. eDas Zeltnerschloss liegt sehr reizvoll von einem künstlichen Weiher umgeben. Nach zweimaliger Zerstörung ließ der Patrizier Jakob Imhoff 1569 den jetzigen Bau auf den Grundmauern neu errichten. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel kaufte 1845 der Fabrikant Johannes Zeltner, ein vermögender Hersteller der damals sehr begehrten Farbe Ultramarin, das Schloss. Im Zweiten Weltkrieg brannte es bis zum ersten Obergeschoss aus, der Wiederaufbau führte zu verschiedenen baulichen Veränderungen, u. a. zur Beseitigung der Erker. Direkt gegenüber dem Eingang des Schlosses geht es rechts und in den Rad- und Fußweg, der uns nun Richtung »Altstadt« weist. An der Straße angekommen, weist uns die Wegweisung »Altstadt« unter den Bahnschienen hindurch. Nach der Querung der Kressengartenstraße geht es nach links und wir treffen auf den bereits bekannten Weg, der uns nun zurück zu unserem Ausgangsort leitet.
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