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Schloss Nymphenburg

Im Steinernen Saaldes NymphenburgerSchlosses wurde frühergetanzt und gefeiert Schlossbesichtigung Nymphenburg (Autor: Antje Martin, Cornelia Landensperger)
Wandern Frühling Sommer Herbst Winter
Länge der Tour 0 km
Höhendifferenz 5 m
Dauer 1 h
Schwierigkeit Leicht
Tourencharakter Die Geburtsstätte des Märchenkönigs
Beste Jahreszeit Frühling, Sommer, Herbst, Winter
Ausgangspunkt Schloss Nymphenburg (Tram 17)
Endpunkt Schloss Nymphenburg (Tram 17)
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Das Nymphenburger Schloss ist heute eine der größten barockenSchlossanlagen in Europa. Sie geht zurück auf das Kurfürstenpaar FerdinandMaria (1636–1679) und Henriette Adelaide von Savoyen(1636–1676), die bereits im zarten Alter von 14 Jahren vermählt wurden.Obwohl sie sich sehr liebten, wurde ihnen nach 10 Jahren Ehe immer noch kein Thronfolger geboren. Sieunternahmen daraufhin eine Wallfahrtnach Altötting und schworen, die schönsteKirche der Stadt zu stiften, wenn ihnendoch noch ein Sohn geschenkt werdenwürde. Tatsächlich brachte Henriette Adelaidezwei Jahre später ihren Sohn MaxEmanuel (1662–1745) zur Welt. Das Kurfürstenpaarlöste sein Versprechen ein undließ die wunderschöne Theatinerkirche am Odeonsplatz von italienischenBaumeistern errichten (s. Spaziergang 3). Ferdinand Mariawar so glücklich über die Geburt seines Sohnes, dass er seiner Fraunoch ein Geschenk machte - ein kleines Lustschlösschen auf demLande, das sie »Borgo delle Ninfe« nannte, was so viel bedeutet wie,»da, wo die Nymphen weilen«. Das mittlere Gebäude mit der Freitreppedavor wurde im Laufe von hundert Jahren immer wieder erweitertund diente der Herrscherfamilie als Sommerresidenz. Der Eingang zum Schloss befindet sich im Museumsladen. Dort führteine Treppe rechts hinter den Kassen hinauf in die verschiedenenRäume. Zu der Zeit, als das Schloss gebaut wurde, war es nicht üblich,dass die herrschaftliche Familie zusammenwohnte. Der Kurfürstwohnte auf der rechten und die Kurfürstin auf der linken Seite des Gebäudes.Den ersten Stock bewohnten die Kammerzofen mit den Kindern.In der Mitte des Schlosses liegt der Steinerne Saal. Hier wurdemusiziert und gefeiert – sogar Wolfgang Amadeus Mozart gab in jungenJahren im Steineren Saal ein Konzert. Er bewarb sich beim KurfürstenMax III. Joseph um eine Anstellung, der ihn jedoch mit derBegründung, es sei keine Stelle bei Hofe frei, wieder wegschickte. Besondersbeeindruckend im Festsaal ist das Deckengemälde von JohannBaptist Zimmermann. Der Titel des Gemäldes »Wohlstand undBlüte im Frieden« mit Darstellungen römischer und griechischer Götterspiegelt auch das Regierungsprogramm des Kurfürsten wider, derkeinen Kriegsruhm suchte, sondern sein Land zu Frieden und Wohlstandführen wollte.Rechts vom Festsaal gelangt man zunächst in das Vorzimmer des Kurfürsten,das im französischen Régence-Stil gestaltet wurde. Links hängt ein Porträt von Max Emanuel, der mit Rüstung und Feldherrnstabdargestellt ist. Er war der geborene Soldat und kämpfte stets für eineRangerhöhung der Wittelsbacher. Das andere Bildnis in diesem Raumzeigt seine zweite Gemahlin Therese Kunigunde, die aus einem polnischenKönigshaus stammte und ihm zehn Kinder schenkte. In derHohlkehle über der Tür auf der linken Seite hängt ein Glöckchen, dasklingelte, wenn der Besucher das benachbarte Audienzzimmer betretendurfte. Der Raum ist mit kostbaren Wandteppichen aus Brüsselgeschmückt. Die beiden seitlichen Teppiche stellen die MonateMärz/April bzw. Juli/August dar und auf dem mittleren Teppich siehtman die Jagdgöttin Diana im Kreis ihrer Gefährtinnen.Der nächste Raum war das ehemalige Paradeschlafzimmer, das nursehr wichtigen Besuchern vorbehalten war. Ein Bett ist hier allerdingsnicht mehr zu finden. Es verschwand während des Zweiten Weltkrieges.Das große Bild von Peter Jakob Horemans (1761) an der Rückwandzeigt die kurbayerische und kursächsische Familie beimMusizieren und Kartenspiel. Max III. Joseph präsentiert sich sehrmenschlich und bescheiden im Kreise seiner Angehörigen. Die neunPorträts an der linken Wand entstanden 1715 im Auftrag von MaxEmanuel. Dargestellt sind Damen, die er während seines Exils am Hofdes Sonnenkönigs Ludwig XIV. kennen gelernt hatte.Durch den nördlichen Galerieflügel gehen wir zurück zum SteinernenSaal und weiter in das Vorzimmer der Kurfürstin. Hier sehen wir einPorträt von Karl Albrecht als Kaiser Karl VII. mit Krone, Zepter undReichsapfel. Schräg gegenüber hängt seine Frau Maria Amalie, die sichhier im Gegensatz zur herrschenden Mode ungeschminkt und mit vonder Sonne geröteten Wangen zeigt. Sie liebte die Jagd undvor allem ihre Jagdhunde, die sich überall im Schloss aufhaltendurften und die kostbaren Bezüge der Möbel ruinierten. Rechts gelangt man indas Audienzzimmer der Kurfürstin,dessen Wände nochim Stil der ersten Bauzeit mitrotem Damast bespannt sind.An der Rückwand hängt einDoppelbildnis des KurfürstenpaaresFerdinand Mariaund Henriette Adelaide.Im anschließenden Schlaf ge -mach steht noch das Paradebettmit einem fünf Meterhohen Baldachin, der das Ungezieferfernhalten sollte. Aufden ersten Blick wirkt das Bettsehr klein. In Wirklichkeit istes jedoch ca. 2,30 Meter langund 2,10 Meter breit. ZurZeit des Absolutismus (17.Jahrhundert) war ein Schlafzimmerkein privater Bereich,sondern diente der Repräsentation.Es war eine Ehre, daranteilnehmen zu dürfen, wennsich der Herrscher morgenserhob und ankleiden ließ. Oftfanden dabei wichtige Besprechungenstatt. Das Doppelbildnisan der Eingangswandzeigt Max Emanuel und seineSchwester Maria Anna alsKinder. Wenn man an der Decke den Engel mit dem roten Tuch umdie Hüften betrachtet, wird man feststellen, dass er sich immer von einemwegdreht, egal wo man sich im Raum befindet.Durch die südliche Galerie mit Ansichten von weiteren Schlössern ausdem Besitz Max Emanuels erreichen wir die königlichen Zimmer,die im 19. Jahrhundert für die Königin Caroline, die Gemahlin desersten bayerischen Königs Max I. Joseph ausgestattet wurden. Im erstenRaum befindet sich die Schönheitsgalerie von König Ludwig I.Er liebte den Anblick schöner Frauen und bat den Maler Joseph Stieler,42 Porträts von attraktiven adeligen und bürgerlichen Frauen afertigen zu lassen. So findet sich hier unter anderem auch ein Bildseiner langjährigen Mätresse Lola Montez – die »Skandalnudel«schlechthin im 19. Jahrhundert.Die Tür auf der rechten Seite führt zunächst in den blauen Salon, dessenMöbel mit Löwenköpfen und -pranken geschmückt sind, wie siezur Zeit Napoleons im Empire beliebt waren. Außerdem sehen wir aufder linken Seite ein Porträt von König Max I. Joseph. Im angrenzendenSchlafzimmer wurde der Märchenkönig Ludwig II. am 25. August1845 geboren. Angeblich diente der Spiegel neben dem Bett dazu,sicherzustellen, dass es sich bei der Geburt wirklich um einen Jungenhandelte – sicher kein Vergnügen für die Mutter.Wir verlassen das Schloss wieder. Wer möchte, kann sich in einemseparaten Raum des Museumsladens noch eingehend über die Geschichtedes Schlosses informieren.

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Diese und weitere Touren finden Sie in folgendem Buch:


Münchner Stadtspaziergänge
Antje Martin, Cornelia Landensperger Münchner Stadtspaziergänge Auf den Spuren von Künstlern, Kaufleuten und Königen 14.95 € Zu Erlebnis und Kultur, vom Mittelalter bis zur Gegenwart: Dieser Freizeitführer bittet Sie zu Münchner Spaziergängen - kurzweilig, fundiert und vergnüglich. 96 Seiten, ca. 100 Abbildungen, Format 16,5 x 23,5 cm, Broschur mit Fadenheftung




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Infos:

Ein PrunkstückDas wertvollste Stück im ganzen Schloss ist der Tisch, der in der sogenannten »Pietra-dura-Technik« (pietra dura = harter Stein) Mitte des 16.Jahrhunderts in Florenz entwickelt wurde. Quarze, Achat oder Granit wurdenin 1 Millimeter dünne Scheiben geschnitten, durch einen Spannrahmenfugenlos zusammengepresst und anschließend poliert. Angeblich ist derTisch so schwer, dass man ihn von Zeit zu Zeit verrücken muss, damit er denBoden darunter nicht beschädigt

Tipps:

Die schöne Münchnerin Eines der bekanntesten Porträts in der Schönheitsgalerie ist das Bild von Helene Sedelmayer. Sie stammte aus einfachsten Verhältnissen und war als Botin einer Spielwarenfirma beschäftigt. Dadurch besuchte das damals 15-jährige Mädchen öfters die Residenz, um Spielzeug für die Kinder der königlichen Familie abzuliefern. Der König war von ihrer außergewöhnlichen Schönheit und schüchternen Tugendhaftigkeit so begeistert, dass er sie porträtieren ließ. Er schenkte ihr dazu die typische Festtracht der Münchner Bürgerinnen. Sie sitzt auf einer Holzbank, ein Zeichen dafür, dass sie nicht aus adeligen Verhältnissen stammte.

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Die Aubinger Lohe (korrekt, jedoch selten gesprochen als Aubinger Loche") ist ein nordwestlich des Münchner Stadtteils Aubing gelegenes Waldgebiet. U
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