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Zur Burgruine Hohengeroldseck

Durch die Ruinen der Geroldseck führen Stufenanlagen zur Aussichtsplattform. Im Geroldsecker Land über dem Schuttertal Waldwanderung mit vielen Aussichtspunkten. (Autor: Chris Bergmann)
Wandern Sommer Herbst
Länge der Tour 17 km
Höhendifferenz 550 m
Dauer 3 h
Schwierigkeit Leicht
Tourencharakter Hohengeroldseck auf einem Bergkegel zwischen Schutter- und Kinzigtal ist die Namensgeberin des Geroldsecker Landes im mittleren Schwarzwald und noch als Ruine eine der imposantesten Burganlagen der Ortenau. Das Geroldsecker Land reicht von Ettenheim im Süden bis zum Kinzigtal im Norden und zum Rhein im Westen. Einzige größere Stadt ist Lahr, das die Herren von Geroldseck im 13. Jh. im Schuttertal gründeten, ansonsten prägen Dörfer mit romanischen Kirchen, Höhengasthöfe, aussichtsreiche Bergrücken und acht Burgen und Schlösser dieses Land, das während der Herrschaft der Geroldsecker (11.–17. Jh.) rechtsrheinisches ebenso wie linksrheinisches Gebiet umfasste: Die Burgruine Geroldseck bei Saverne (Zabern) im Unterelsass ist die Stammburg der Geroldsecker.
Beste Jahreszeit Sommer, Herbst
Ausgangspunkt Ortszentrum von Seelbach im Schuttertal.
Endpunkt Wie Ausgangspunkt
Kartentipp Wanderkarte 1:35000 Schuttertal oder Freizeitkarte 1:50000 Blatt 503 Offenburg/Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, Blatt 3 (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
Verkehrsanbindung A 5 Frankfurt–Basel, Ausfahrt Lahr, dann auf der B 36 weiter Richtung Lahr, dort auf der B 215 weiter Richtung Reichenbach/Seelbach und oberhalb von Reichenbach abzweigen nach Seelbach.
Einkehrtipp Seelbach, Sodhof, Löwen, Reichenbach.
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Luftkurort Seelbach Im Zentrum des Luftkurorts Seelbach, der 2006 Preisträger des Landeswettbewerbs Familien-Ferien wurde, bilden die Nikolauskirche (1749), die Gebäude und Mauern des ehemaligen Franziskanerklosters (1732–35) am Klosterplatz mit dem Klosterbrunnen sowie die Anlage des einstigen Wasserschlosses Dautenstein ein historisches Ensemble. Das Klostergebäude wird heute als Rathaus genutzt. Das Bürgerhaus mit dem Kulturbistro »Eulenspiegel« bietet ein reichhaltiges Gästeprogramm. Als lebendiges Museum präsentiert sich die Glatzer Mühle zwischen dem Ortskern und Schloss Dautenstein mit ihren aus Holz gefertigten Maschinen. Samstags findet auf dem Klosterplatz der Bauernmarkt statt; ein besonderer Höhepunkt ist der über 500 Jahre alte Katharinenmarkt, der jedes Jahr Ende November täglich 20000 Besucher nach Seelbach führt.

Zum Sodhof Vom Ortszentrum in Seelbach geht es kurz auf der Durchgangsstraße (Tretenhofstraße) aufwärts Richtung Schuttertal, bis der Querweg Lahr–Rottweil, markiert mit der »rot-blauen Raute«, links in den Hang wechselt und aussichtsreich zum Wald hinaufführt, an dessen Rand er den Seelbacher Panoramaweg kreuzt. Der Querweg Lahr – Rottweil führt übrigens von Lahr im Schuttertal auf knapp 100 Kilometer Länge über den mittleren Schwarzwald nach Rottweil im oberen Neckartal. Der Fernwanderweg folgt fast durchgehend stillen, siedlungsfernen Wegen in Wäldern und aussichtsreichen Wiesen. Oberhalb von Seelbach führt er anfangs
mit schönen Ausblicken und später im Wald aufwärts und mündet im Kapellenwald auf den Kandel-Höhenweg (rote Raute). Wer einkehren will, folgt der gemeinsamen Route von Kandel-Höhenweg und Querweg rechts weiter zum Sodhof in Michelbronn. Der Sodhof ist einer der berühmtesten Landgasthöfe an den Wanderwegen in der Ortenau, im Sommer sitzen die Gäste draußen unter Kastanien, die Kinder vergnügen sich auf dem kleinen Spielplatz. Vom Sodhof bietet sich eine prachtvolle Aussicht über den mittleren und südlichen Schwarzwald. Eine Spezialität des Sodhofs ist das selbst gebackene Bauernbrot: Da der Ofen nur mit getrocknetem Fichtenholz geheizt wird, hat das Brot ein unvergleichliches Aroma. Geräuchertes kommt aus der eigenen Räucherkammer, Rehbraten aus der eigenen Jagd, die Gulaschsuppe wird in gusseisernen Pfannen serviert.

Zum Löwen Vom Sodhof geht es zurück zur Wegeverzweigung und rechts weiter auf dem Kandel-Höhenweg, der mit dem Zeichen »rote Raute« markiert ist, weitgehend eben Richtung Hohengeroldseck führt und schließlich auf die Passstraße trifft. Malerisch liegt der Gasthof »Zum Löwen« auf der Passhöhe unterhalb der Burgruine Hohengeroldseck. Das Fachwerkhaus nimmt für sich in Anspruch, das älteste Gasthaus Deutschlands zu sein, da es bereits im Jahr 1231 an dieser Stelle gegründet wurde. Die Passstraße, die vom Schutter- ins Kinzigtal führt, ist die Ludwigstraße (B 415). 1821–27 wurde
sie vom Großherzoglichen Ober-Wasser- und Straßenbau-Direktor Johann Gottfried Tulla erbaut, bei der Eröffnung wurde der Landesvater, Großherzog Ludwig I. von Baden, durch die bis heute vorhandene »Ludwigsäule« geehrt.

Ruine Hohengeroldseck Vom Pass führt der Kandel-Höhenweg um den Burgberg herum zur Wegeverzweigung am Nordfuß: Hier beginnt der kurze steile Weg hinauf zur Burgruine Hohengeroldseck. Errichtet wurde die Burg um 1250 auf einem 50 Meter langen Prophyrfelsen im Auftrag der Herren von Geroldseck, der damals neben den Zähringern mächtigsten Herren der Region. 1689 wurde sie von Truppen des französischen »Sonnenkönigs« Louis XIV. im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört, seither ist sie Ruine. Der hintere Burgteil mit seinen gotischen Spitzbogenfenstern kann auf einer Wendeltreppe bestiegen werden. Vom Wehrgang aus bietet sich ein großartiger Blick ins Schutter- und Kinzigtal.

Die Hammerschmiede in Reichenbach Zurück an der Wegeverzweigung am Nordfuß des Burgbergs geht es links weiter
mit der Markierung »gelbe Raute«, teilweise in aussichtsreicher Wiesenflur, teilweise
im Wald hinab nach Lahr-Reichenbach im Schuttertal. Die Reichenbacher Hammerschmiede aus dem frühen 19. Jh. ist 1978 in den Besitz der Stadt Lahr übergegangen und seit 1982 als technisches Kulturdenkmal öffentlich zugänglich (Heimatmuseum). Bei der Führung durch die Hammerschmiede kann man sich ein Bild davon machen, wie früher Werkzeuge und Geräte hergestellt wurden. An der Durchgangsstraße befindet sich die Bushaltestelle, wer nach Seelbach zurückwandern will, hat noch 20 Minuten auf dem Querweg vor sich.

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Diese und weitere Touren finden Sie in folgendem Buch:


Genusswandern Schwarzwald
Der Schwarzwald – von Karlsruhe erstreckt sich dieses abwechslungsreiche Gebiet südwärts bis über das Kinzigtal hinaus nach Hornberg im Gutachtal, wo sich der Naturpark »Schwarzwald Süd« mit Kaiserstuhl, Wutachschlucht, den Triberger Wasserfällen und dem Feldberg anschließt. Ein Wanderwege-Leitsystem optimiert dort die Orientierung, viele Wege wurden für den Autoverkehr gesperrt. Schwarzwald-Kenner Chris Bergmann führt den Wanderer auf seinen 40 Lieblingstouren durch die facettenreiche Schwarzwaldlandschaft. Ein echter Wandergenuss!




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Peter und Ute Freier Stille Wege rund um Stuttgart 16.95 € Weinberge am Neckar, idyllische Streuobstwiesen, Wacholderheiden in der Schwäbischen Alb … Ihr Wander- und Radführer durch die ruhigen Landschaften rund um Stuttgart. 144 Seiten, ca. 120 Abbildungen, Format 16,5 x 23,5 cm, Klappenbroschur mit Fadenheftung




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Tipps:

In der Ortenau Die Ortenau ist geradezu ein Synonym für den mittleren Schwarzwald. Vom Oberrhein bei Straßburg erstreckt sich die Landschaft von den sonnigen Weinbergen und Obstanbaugebieten bis hinauf zur Hornisgrinde, dem höchsten Nordschwarzwaldberg. Mit dem Kinzigtal umfasst die Ortenau eines der größten Schwarzwaldtäler, berühmt sind auch die Wasserfälle und Schluchten in den westlichen Steilhängen des Grindenschwarzwalds sowie die zahlreichen Fachwerkstädte, darunter die ehemaligen Reichsstädte Offenburg, Gengenbach und Zell am Harmersbach, die während der napoleonischen Kriege ihre Freiheit verloren und mit dem Staat Baden vereinigt wurden. Im Südosten erstreckt sich die Ortenau bis zu den Höhen oberhalb von Hornberg im Gutachtal an der Grenze zum Naturpark Südschwarzwald. Der Vogtsbauernhof im Gutachtal bildet eines der bekanntesten Freilichtmuseen des Schwarzwalds. Der Name Ortenau lautete ursprünglich Mortenau und bezeichnete eine alemannische Gaugrafschaft, die vom 8. Jh. bis zum Aussterben der Zähringer (1218) bzw. Staufer (1268) beidseits des Kinzigtals bestand; die Bleich bildet im Süden die Grenze zum Breisgau. Burg Ortenberg über dem Kinzigtal bei Offenburg war Sitz der Mortenauer Reichslandvögte, unter dem Einfluss des Burgnamens wurde der Begriff »Mortenau« im 15. Jh. durch den Namen »Ortenau« ersetzt. Die Ortenau zerfiel ab dem 13. Jh. in mehrere Herrschaftsgebiete (Habsburg, Geroldseck, Straßburg), die während der napoleonischen Kriege 1805/06 vereinigt und Baden zugeschlagen wurden. Seit der Gründung des Ortenaukreises 1973 deckt sich das Gebiet der Ortenau wieder in etwa mit dem der alemannischen Gaugrafschaft Mortenau.

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