Kaiser-Wilhelm-Denkmal Vom Kiosk gegenüber der Denkmalsgaststätte führt in Verlängerung der Stichstraße eine Asphaltpromenade zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem »Westpfeiler« der Westfälischen Pforte. Der Blick fällt hinab auf den Weserdurchbruch und jenseits vom Wesergebirge mit dem Fernsehturm auf dem Jakobsberg. Architekt des 88 m hohen, nachts illuminierten Monumentaldenkmals aus Sandstein war Bruno Schmitz, der auch das Kyffhäuserdenkmal und andere Denkmäler dieser Zeit schuf.
Wittekindsweg An der oberen Denkmalsterrasse geht der Wittekindsweg ab, der Kammweg, der im Gleichlauf mit dem Europäischen Fernwanderweg 11 über den laubwaldgeschmückten Rücken des Wiehengebirges führt. Markiert ist der Wittekindsweg mit dem Zeichen »weiß-roter
Querbalken«, während der E 11 mit dem Andreaskreuz (x) markiert ist. Benannt ist der Wittekindsweg nach dem germanisch-sächsischen
Freiheitskämpfer Wittekind (Widukind), einer der sagen- und legendenumwobensten Gestalten der frühmittelalterlichen deutschen Geschichte. Sein weißes Ross ist Wappenzeichen von Westfalen und Niedersachsen und begegnet uns hunderttausendfach an alten Fachwerkhäusern im westfälisch-niedersächsischen Raum. Widukind war 777–85 während der Sachsenkriege Heerführer gegen die Invasionstruppen des Frankenkönigs Karls des Großen. Der Überlieferung nach wurde er
in der Babilonie, einer Ringwallanlage auf dem Wiehen bei Lübbecke, als Sohn des Warnekin geboren. Die zahlreichen Berg- und Quellheiligtümer auf dem Wiehen und
in seinem Vorland werden nahezu ausnahmslos mit Widukind in Verbindung gebracht. Viele von ihnen wurden seit der Steinzeit genutzt.
Die historische Vita des Freiheitskämpfers Widukind und seiner Frau Geva von Dänemark – sie hat ihr angebliches Grab unter den Helmichsteinen beim Wallfahrtsort Rulle am Wiehen gefunden – bricht mit der angeblichen Taufe im Jahr 785 ab, christliche Legenden spannen sein Leben bis 807 fort: Karl der Große wandelte nach der Taufe Widukinds Wappentier, das schwarze Ross, in ein weißes Ross um und erhob Widukind zum Herzog der Sachsen; nach der Taufe herrschte Widukind auf der Wallburg Babilonie mild und gerecht, ließ Kirchen bauen und beschenkte sie mit Reliquien und Kostbarkeiten. Wittekind fiel der Überlieferung zufolge im Jahr 807 hoch betagt im Krieg mit dem schwäbischen Herzog Gerold. Sein angebliches Grab wird in der ehemaligen Stiftskirche der westfälischen »Widukindstadt« Enger gezeigt.
Silberblick Schon nach wenigen Gehminuten erreicht der Wittekindsweg die Schutzhütte »Silberblick« mit weiter Aussicht auf die Hausberger Schweiz, das Erholungsgebiet Großer Weserbogen sowie bis hin zum Amtshausberg in Vlotho und auf das Lipper Bergland. Gemütlich führt der Wanderweg über den Bergkamm – die Klippen, die weserseitig anstehen, bieten faszinierende Ausblicke durch die von prachtvollem Buchenhochwald geschmückte Bergflanke, an deren Fuß das silberne Band der Weser glitzert – und erreicht schließlich den Moltketurm.
Moltketurm Der Moltketurm ist der Aussichtsturm auf der höchsten Erhebung des Wittekindsbergs (281 m). Er bietet eine hervorragende Rundschau auf das Weserbergland sowie über den Mittellandkanal hinweg auf das Norddeutsche Tiefland. Errichtet wurde der 20 m hohe Aussichtsturm 1829 im Stil eines mittelalterlichen Bergfrieds mit Wendeltreppe. Damals hieß er »Wittekindsstein«, seit 1906 heißt er »Moltketurm« zur Erinnerung an den preußischen Generalfeldmarschall und Militärstrategen Helmuth von Moltke.
Wittekindsburg Vom Aussichtsturm senkt sich der Wittekindsweg in einen Sattel hinab und erreicht das architektonisch der Landschaft angepasste Berghotel »Wittekindsburg« in der gleichnamigen Ringwallanlage. Die Wittekindsburg im Osten des Wiehen-Kamms ist eine Ringwallanlage, die während der Sachsenkriege um 780 als Lager diente für die Kämpfer gegen die Invasionsheere der Franken unter Karl dem Großen. Während Nord-, West- und Ostseite der
650 x 110 m großen Anlage durch Wälle gesichert sind, bilden im Süden Felsabstürze die natürliche Begrenzung. Die Terrasse
des Berghotels »Wittekindsburg« bietet eine prächtige Aussicht ins Weserbergland, die Startrampe für Drachenflieger ist an schönen Flugtagen eine viel besuchte Attraktion.
Wittekindsquelle Die Wittekindsquelle in der Wittekindsburg ist der angebliche Ort von Wittekinds Bekehrung. Als Wittekind sich fragte, ob die alte oder die christliche Lehre die bessere sei, sprach er zu sich: Ist die christliche die richtige, so möchte ich ein Zeichen haben! Da scharrte sein Ross, und dem felsigen Boden entsprang ein mächtiger Quell. Wittekind trank aus der Quelle und
gelobte, sich taufen zu lassen. Im 19. Jh. wurde die Quelle in Stein gefasst; als im
Inneren des Bergs nach Erzen gegraben
wurden, versiegte sie 1938. Das Hufeisen auf dem Quellgitter erinnert an die sagenumwobene Entstehung der Quelle, aber
auch an die Fluchten Wittekinds vor Karl dem Großen: Als Wittekind das südliche Westfalen an die Franken verloren hatte,
zog er sich auf seine Burgen auf dem Wiehen zurück, wobei er die Hufe seines Rosses verkehrt herum beschlagen ließ, um die Verfolger zu täuschen.
Im ausgehenden 10. Jh. befand sich die Wittekindsburg im Besitz des Bischofs von Minden, der hier die Niederlassung einer Klausnerin namens Thetwif zu einem Benediktinerinnenkloster ausbaute. Das Kloster wurde 993 von Kaiser Otto III. privilegiert, allerdings schon im Jahr 1000 nach Minden verlegt. Ungeklärt ist die Funktion der romanischen Kirche neben der Quelle, der
so genannten Margarethenklus. Sie wird im Jahr 1224 erstmals erwähnt und war vielleicht Burgkapelle oder Klosterkirche, möglicherweise diente sie auch als Familiengrab. Unweit der Margarethenklus steht die Königslinde. Sie wurde in Anwesenheit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. anlässlich der Restaurierung des romanischen Kirchleins 1842 gepflanzt. Für diese Feier wurde der »Königsweg« angelegt, einer der landschaftlich schönsten und bequemsten Wanderwege am Südhang des Wittekindsbergs: Er führt im Wald hinab durch die Südflanke.
Wilder Schmied und Wolfsschluchtweg Von der Wittekindsburg führt der Wittekindsweg in schönem Wald weiter über den Kamm, passiert steil abfallende Felsklippen wie die Habichtswand auf der Weserseite des Kamms und erreicht zuletzt die Gaststätte »Zum Wilden Schmied«. Sie ist benannt nach einem Rehmer, der hier 1831 als junger Mann in der Waldeinsamkeit eine Schmiede gründete und nach 50 Jahren des Lebens im Wald 1881 starb. Vom Wilden Schmied geht es zurück zur Wittekindsburg und kurz darauf – im Sattel zwischen Wittekindsburg und Moltketurm – rechts ab mit der Markierung »A2«
auf den Wolfsschlucht- bzw. Dreimännerweg: Unter mächtigen Buchen, neben Felsklippen und zwischen üppigem Buschwerk quert der Pfad die unter Naturschutz stehende Bergflanke und erreicht zuletzt wieder das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.
Hier können Sie sich den GPS-Track in verschiedenen Formaten downloaden:
Um diese Funktion zu nutzen müssen Sie angemeldet sein.
Sie sind noch nicht registriert?
Dann können Sie sich hier kostenlos ein Konto einrichten.
Diese Tour kann auch am Handy abgerufen werden.
Hierfür bitte diesen Link in Ihrem Handy-Browser eingeben:
www.planetoutdoor.de/mobile/51259
Diese und weitere Touren finden Sie in folgendem Buch:
Leichte Wanderungen im Westen Deutschlands
Vom Pfälzerwald über das Siebengebirge bis zum Teutoburger Wald, von der Vulkaneifel bis zum Niederrhein und zum Westerwald können Genusswanderer und Familien mit Kindern auf leichten Wegen die westdeutschen Mittelgebirge entdecken. Ob Drachenfels oder Mettlacher Saarschleife, ob Rühler Schweiz, Siebengebirge, Hoher Vogelsberg oder Rothaarsteig – immer führen die Wanderungen zu Highlights der Region.
Weitere Buchtipps für diese Region:
Weser-Radweg
Der Weser-Radweg ist mit seinen Sehenswürdigkeiten und der hervorragenden fahrradtouristischen Infrastruktur einer der attraktivsten Radfernwege Europas. Man folgt dem Fluss auf der flachen, bequemen Radroute auf knapp 500 km bis zur Mündung in die Nordsee. Durch vier Bundesländer geht die abwechslungsreiche Fahrt vorbei an Burgen, Felsen, Windmühlen, hübschen Altstädtchen und Fachwerkdörfern bis zu den Krabbenkutter- und Seehäfen längs der Küste.
Niedersachsen
Ob Lüneburger Heide, Wendland oder Weserbergland – Niedersachsen ist mit viel Wasser und unberührter Natur das optimale Kanuland. Ob Anfänger oder erfahrener Kanute, ob Tagestour oder mehrtägiger Flussurlaub – dieser Kanuführer steht in jeder Situation mit präzisen Karten und fundierten Hinweisen zu Ein- oder Ausstiegs- und Gefahrenstellen sowie Übernachtungsmöglichkeiten zur Seite und lässt auch das kulturelle und touristischen Angebot entlang der Ufer nicht außer Acht.
Die schönsten Kanutouren in NRW und Hessen
Paddeln vorbei an Wiesen und knorrigen Weiden, idyllischen Wasserschlössern oder rauchenden Industrieschloten – genau diese Vielfalt macht Nordrhein-Westfalen zu einem spannenden Kanuabenteuer. Das Land zählt allein 38.000 organisierte Paddler. Michael Hennemann hat die 21 Touren – darunter 3 Mehrtagesfahrten – so zusammengestellt, dass Kanuneulinge und Familien ebenso auf ihre Kosten kommen wie alte »Paddelhasen«.
Motorrad Traumstraßen
Hans Michael Engelke
Motorrad Traumstraßen
Die schönsten Motorrad-Strecken in Deutschland
29.95 €
Endlich in Buchform: Alle Routen der Tourenfahrer-Erfolgsserie »Traumstraßen in Deutschland«. Für wahrhaft unvergessliche Stunden und Tage im Sattel.
144 Seiten, ca. 160 Abbildungen, Format 24,3 x 26,5 cm, Hardcover
RuhrtalRadweg
Der RuhrtalRadweg führt auf 220 Kilometern von der Quelle in der Nähe des sauerländischen Winterbergs bis zur Mündung in den Rhein bei Duisburg. Auch wenn man beim Ruhrgebiet nicht als erstes darauf kommen würde, besticht die Landschaft doch durch Ruhe. Malerische Fachwerkstädtchen, idyllische Wasserschlösser und viel Grün finden sich am Wegesrand, außerdem große Badeseen und imposante Industriedenkmäler, nur hier und da kommt der Radler an einer Großstadt längs.
Münsterland – 100 Schlösser Route®
Die 100-Schlösser-Route ist eine der kulturell hervorragendsten und landschaftlich attraktivsten Radrouten Deutschlands. Im Mai 2001 wurde die 100 Schlösser Route mit optimierter Routenführung und verbesserter Markierung neu eröffnet. Bernhard Pollmann präsentiert die neue Route in 28 facettenreichen Rund- und Streckentouren unterschiedlicher Länge. Dazu gibt er reichlich Tipps und Infos zu Natur und Kultur sowie zu den Sehenswürdigkeiten.
Die schönsten Kanutouren in Deutschland
Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, sich im Kanu durch unberührte Flusslandschaften treiben zu lassen? Michael Hennemann präsentiert in seinem Kanuführer Deutschlands schönste Touren zum Sofort-Lospaddeln. Die wichtigsten Kanuvermieter und die besten Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten findet man in diesem Buch genauso wie Hinweise zu Sehenswürdigkeiten und Angaben zur Schwierigkeit der Tour – ein verlässlicher Begleiter auf jeder Tour.
Die schönsten Tagesausflüge rund um Hamburg
Hamburgs Umland bietet eine Fülle an Freizeitmöglichkeiten. Wie wäre es z.B. mit einer Schifffahrt nach Stade und anschließender Radtour zu den Obstbauern im Alten Land, einer Wanderung durch die Lüneburger Heide mit einem Abstecher ins Salzmuseum Lüneburg oder einem Eisbecher am Timmendorfer Strand. Die Autoren stellen 30 Ziele mit jeweils eon bis zwei Vorschlägen zu sportlichen Aktivitäten, Kultur, Spaß und Einkehr vor – da ist garantiert für jeden etwas dabei!
Bruckmanns Motorradführer Bergisches Land
Das Bergische Land lässt keine Bikerwünsche offen, denn in der ungeahnten Landschaftsvielfalt kommt ein jeder Biker auf seine Kosten. Freuen Sie sich auf spannende Erkundungstouren auf kurvenreichen Strecken entlang rauschender Bäche, bewaldeter Hänge und lauschiger Talsperren. Die detaillierten Tourenbeschreibungen sind gespickt mit Tipps zu Sehenswürdigkeiten und empfehlenswerten Einkehrmöglichkeiten. Mit übersichtlichen Roadbooks für den Tankrucksack.
Hot-Spots in der Nähe:
Der Wittekindsberg ist ein 281,48 m ü. NN hoher bzw. der östlichste Berg des Wiehengebirges und zugleich die westliche Begrenzung des
Das Nammer Lager ist ein kulturhistorisch bedeutendes Bodendenkmal aus vorchristlicher Zeit im Naturschutzgebiet Nammer Klippen. Die Wallburg befindet
Der Harrl ist ein kleiner, bewaldeter Höhenzug im Bereich der Bückeberge im Weserbergland. Er liegt im niedersächsischen Landkreis Schaumburg in De
Das Wesergebirge ist ein bis 340 m ü. NN hohes Mittelgebirge des Weserberglands in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (Deutschland)
Die Amelungsburg ist ein 292 Meter hoher Berg des Lipper Berglandes in der Gemeinde Dörentrup, Kreis Lippe.
Der Reineberg ist ein Berg im Wiehengebirge, südlich der Stadt Lübbecke. Mit einer Höhe von 276 m ü. NN ist er aus topographischer Sicht in diesem
Der Doberg ist ein Gebiet in Südlengern-Heide, einem Stadtteil der ostwestfälischen Stadt Bünde. Er erhebt sich bis zu 30 m über seine Umgebung, w
Die Babilonie ist eine bis auf 255,6 m Höhe liegende La-Tène-zeitliche Wallanlage am Nordrand einer Kuppe des Wiehengebirges oberhalb des Lübb
Der Donoer Berg ist ein Berg im Wiehengebirge bei Bieren-Dono und gehört zur Gemeinde Rödinghausen im Kreis Herford in Nordrhein-Westfalen.Der Berg
Nordrhein-Westfalen
Ob das Münster- oder Sauerland, der romantische Niederrhein, das Bergische Land mit seiner faszinierenden Mittelgebirgslandschaft, das Ruhrgebiet im Wandel von Industrie zu Wissenschaft oder die vulkanische Eifel – in Nordrhein-Westfahlen gibt es nicht nur Industrie. Auch viel Natur wartet auf Sie!
Hier haben Sie die Möglichkeit alle wichtigen Informationen mit Karte zu dieser Tour als
kompaktes PDF herunterzuladen und auszudrucken, damit haben Sie einen perfekten Begleiter für diese Tour.
Um diese Funktion zu nutzen müssen Sie angemeldet sein.
Sie sind noch nicht registriert?
Dann können Sie sich hier kostenlos ein Konto einrichten.
Es sind noch keine Kommentare zu dieser Tour vorhanden.