Zustieg Von der Terrasse der schmucken neuen Tällihütte (1726 m) führt der weiß-blau-weiß markierte schmale Weg schräg bergan gegen die Gadmerflue. Die zeigt sich als schroffes, hoch in den Himmel ragendes Gemäuer mit vielen Terrassen, Schluchten und senkrechten Abbrüchen. Über die Stüelwäng nähert sich der Weg dem Alpligerstock (2067 m). Man quert eine (im Frühsommer mit Schnee gefüllte) Rinne und steigt dann über einen Schrofenhang (Drahtseile) an zum Einstieg (ca. 2045 m) im Rücken desWandvorbaus. Tälli-Klettersteig Den Auftakt macht die erste von insgesamt 14 Leitern der Route, etwa acht Meter hoch, steil und mit einem etwas kniffligen kurzen Zustieg durch eine steile Rinne. Anschließend quert man auf einem Horizontalband mit kurzen Unterbrechungsstellen (Haken) luftig nach rechts, bis die Sicherungen wieder nach oben leiten. In anregender Kletterei geht’s über steile Aufschwünge, grasige Absätze und Bänder zügig aufwärts, insgesamt nimmt die Steilheit dabei ab, die Aussicht dafür zu. Letztere genießt man ganz entspannt von einer Holzbank (ca. 2240 m), die Haslitaler Bergführer in einer kleinen Grotte platziert haben. Danke! Sicherungen leiten über eine Felsstufe auf das nächsthöhere, markante Grasband; es leitet unter gewaltigen Felsmauern nach rechts auf ein aussichtsreiches Eck. Hier kommt eine steile Verschneidung ins Blickfeld, die mit drei versetzt angeordneten Leitern gangbar gemacht ist. Sie mündet auf eine breite Rippe, über die man die nächste, steile Wandpartie ansteuert. Eine luftige Rechtsquerung führt zum nächsten Aufschwung; über zwei weitere Sprossenfolgen, eine ausgesetzte Traverse und einen großen Tritt für kleine Leute (»Monas step«) gelangt man erneut auf ein Band. Man folgt ihm nach rechts, dann um ein felsiges Eck herum zum Routenbuch (ca. 2450 m). Hier endet die Kletterei aber noch keineswegs; am steilen Gipfelaufbau sind noch weitere fünf Leitern montiert, dazwischen mit Drahtseilen gesicherte Passagen, bevor man am Gipfelgrat steht und hinüberspaziert zum eisernen Schmuck am Rücken der Gadmerflue (2555 m). Abstieg Nordseitig leiten Spuren über den steinigen Rücken abwärts zu einer Markierungsstange. Hier biegt der Weg links ab und zieht über Schrofen hinunter in einen Graben. In ihm leiten die weiß-blau-weißen Markierungen weiter abwärts (kurze Kletterstelle, I) und hinaus zu einer Verzweigung (Wegzeiger). Man hält sich links (rechts zum Engstlensee) und steigt über Wiesenhänge ab zum nordwestseitigen Felsfuß des Chline Tälli (2434 m). Dann heißt es nochmals - hinauf! In recht anhänglicher Gegensteigung geht’s bergan ins Sätteli (2116 m), auf der Südseite der Gadmerflue dann hinab ins Almgelände und links hinüber zur Tällihütte.
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Berner Oberland
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