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Die Neureuth, Gindelalm und Kreuzbergalm

Die Wege zwischen dem Tegernsee und Schliersee sind hervorragend ausgeschildert. (Bild: Lisa und Wilfried Bahnmüller) Einfache Ganztageswanderung auf gepflegten Bergwegen oder Forststraßen (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
Wandern Frühling Sommer Herbst
Länge der Tour 17 km
Höhendifferenz 500 m
Dauer 5 h
Schwierigkeit Mittel
Tourencharakter Die Neureuth, eine solide Bergwirtschaft, gehört zu den beliebtesten Wanderzielen im ganzen Tegernseer Gebiet. Eine Tageswanderung dorthin lässt genügend Zeit, um die herrlichen Wälder zwischen Tegernsee und Schliersee zu genießen.
Beste Jahreszeit Frühling, Sommer, Herbst
Ausgangspunkt Gmund, Ortsteil Gasse
Endpunkt wie Ausgangspunkt
Kartentipp Kompass Nr. 8, Tegernsee, 1 - 50 000
Verkehrsanbindung Mit dem Auto. Auf der Salzburger Autobahn A 8, Ausfahrt Holzkirchen, auf der B 318 nach Gmund, weiter auf der B 307 Richtung Tegernsee, dann rechts Richtung Schliersee, nach ca. 500m Abzweigung rechts (Ortsteil Gasse); Auto beim letzten Bauernhof vor der Schranke parken oder rechts Richtung St. Quirin Stellplatz suchen. Mit der Bahn. Von München nach Holzkirchen, Schaftlach, Tegernsee; die Wanderung in Tegernsee beginnen
Einkehrtipp Neureuth; Gindelalm; Kreuzbergalm; Tegernsee
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Die Wanderung beginnt am Ortsausgang von Gasse. Auf der für den Verkehr gesperrten Forststraße wandern wir langsam bergauf in den Wald. Im Frühjahr blühen am Wegesrand Anemonen, Schlüsselblumen, Milzkraut, Zahnwurz, Lungenkraut und Hasenklee. Die Pestwurz und der gar nicht so angenehm duftende, aber inzwischen in der Küche äußerst beliebt gewordene Bärlauch bedecken den Waldboden wie ein Teppich. In einer scharfen Rechtskurve zweigt unser Weg auf die Neureuth nach links ab. Die Stelle ist mit einem Schild gekennzeichnet. Jetzt geht es steil bergauf, sogar ein paar Treppchen mussten helfen, den Weg zu befestigen. Doch die Plackerei dauert nicht lange; bald erreichen wir den Waldrand und sehen links über uns die Häuser. An der Kriegerkapelle vorbei sind wir mit ein paar Schritten am Wirtshaus Neureuth. Unter uns liegt der Tegernsee, eingerahmt vom Wallberg, den Blaubergen mit dem Schildenstein, dem Hirschberg und dem Seekarkreuz.
Wir könnten jetzt schon einkehren oder, wenn es noch früh am Tag ist, bis zur Gindelalm warten. Dazu folgen wir den Schildern »N 2 – Kreuzberg, Alpbachtal, Prinzenweg« nach Osten. Nach einer halben Stunde Waldweg erreichen wir den Almboden der Gindelalmschneid. Vor uns liegen die Almen, im Norden sehen wir den Taubenberg und die Kreisstadt Miesbach. Über einen Wiesenweg schlendern wir zu den Hütten der Gindelalm, die im Sommer noch recht gut mit Vieh bestoßen ist.
Kurz vor der Almhütte zweigt ein beschilderter Weg nach rechts zum Kamm der Gindelalmschneid ab. Im Osten ist nun der Schliersee aufgetaucht, am Horizont steht der markante Wendelstein. Wir wenden uns am Waldrand links und steigen bei einer verdorrten Wetterfichte zur Kreuzbergalm. Die Kreuzberghütte ist ebenfalls in den Sommermonaten bewirtschaftet. Auch sie ist ein beliebtes Ausflugsziel, was mit Sicherheit auch an dem herrlichen Ausblick auf den Schliersee liegt.
Nach der Rast folgen wir weiter der Alm- bzw. Forststraße. Diese Straße heißt Prinzenweg, nach Prinz Carl von Bayern, der die Tegernseer Besitzungen von seiner Stiefmutter Caroline geerbt hatte und, ganz in der Tradition seines Vaters, König Max I., seine gesamten Einkünfte zur Förderung des von ihm sehr geliebten Tegernseer Tales verwendete. Die Beschilderung ist ausgezeichnet, man kann sich nirgends verlaufen. DerWald wurde noch zu einer Zeit gepflanzt, als man die Fichte für den einzig rentablen Waldbaum hielt. Nur im Herbst schimmert hin und wieder gelb-rot eine Buche durch das dunkle Tannengrün. Die auffälligen Steinwälle, mit denen der Alpbach verbaut ist, halten das Hochwasser und vor allem das gefährliche Geschiebe zurück, das früher immer wieder den Ort Tegernsee bedroht hat.
Nach einer guten Stunde erreichen wir die ersten Häuser von Tegernsee und gehen an der kleinen Maria-Schnee-Kapelle vorbei auf der Max-Josef-Straße in den Ort. Beim Postamt biegen wir links ab und sind in knappen fünf Minuten unten beim Kloster und am Seeufer.
Am Postamt beginnt auch unser Rückweg. Am Bahnhof vorbei wandern wir, immer den Schildern »Höhenweg Gmund« folgend, zum prächtig altmodischen, innen aber hochmodernen Hotel Bayern und weiter in leichtem Auf und Ab durch lichten Buchenwald zurück nach Gasse. Nach einem Bauernhof führt die Straße leicht bergauf zu einer Weggabelung, an der wir uns rechts, Richtung Neureuth, halten. Dann sind wir rasch an der Straße nach Gasse, wo wir unsere Wanderung begonnen haben.

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Diese Tour kann auch am Handy abgerufen werden.
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Diese und weitere Touren finden Sie in folgendem Buch:


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Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller Die schönsten Tagesausflüge Isarwinkel, Tegernseer und Schlierseer Berge Wandern, Radfahren, Baden, Einkehr, Kultur 14.95 € Interessante Kulturspaziergänge, Brauchtum, Bootsfahrten, Berg- und Radtouren: Ihr Freizeitführer mit den besten Tipps für Isarwinkel, Tegernsee und Schliersee. 96 Seiten, ca. 100 Abbildungen, Format 16,5 x 23,5 cm, Broschur mit Fadenheftung




Weitere Buchtipps für diese Region:


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Infos:

Das Kloster Tegernsee. Über dem Portal der alten Klosterkirche von Tegernsee ist eine Marmorplatte eingemauert. Sie zeigt einen Abt und einen Mönch, die gemeinsam einen Kirchenbau tragen. Es sind Adalbert und Otkar, zwei Brüder aus altbayerischem Hochadel, die im 8. Jahrhundert das Kloster Tegernsee gründeten. Offensichtlich kannten die Benediktiner, die 1457 diesen Stein von dem Münchner Bildhauer Hans Halder fertigen ließen, die alten Gründer recht gut. Denn tatsächlich hatte sich der eine Bruder als einfacher Mönch vom weltlichen Leben zurückgezogen, der andere dagegen als Abt die Leitung des Klosters übernommen. Seine Aufgabe war die Erschließung des umliegenden Landes. Nach den Ungarnstürmen in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts wurde das Kloster aufgegeben. Doch schon ein halbes Jahrhundert später begann eine erneute Blüte. Am südlichen Ufer des Sees errichtete man eine Glashütte, die farbige Glasfenster für Kirchen lieferte. Das war damals absolut neu; normalerweise waren Fenster mit Schweinsblasen oder gar mit Rupfen verschlossen. Die Glasfenster des Augsburger Domes, die ältesten Glasfenster der Welt, wurden um die Jahrtausendwende hier geschaffen. Die weitere Entwicklung des Klosters war ein stetes Auf und Ab. Seine größte Bedeutung hatte Tegernsee nach dem Dreißigjährigen Krieg. Seine Wirtschaftskraft war hervorragend, die Basis dafür war riesiger Landbesitz in Bayern, Südtirol und in der Wachau, der gegen Pacht bewirtschaftet wurde. Seit 1675 besaßen die Mönche das Braurecht, in dem neu gegründeten Ort Glashütte kurz vor der Tiroler Grenze fertigten sie wieder Glaswaren. Marmor aus einem Steinbruch bei Enterbach wurde bis Wien und Köln geliefert. So konnte man es sich leisten, einen Klosterneubau in Angriff zu nehmen. Enrico Zuccalli, Antonio Riva, Johann Schmuzer, Johann Baptist Gunetzrhainer und Hans Georg Asam, der Vater der berühmten Brüder Asam, die später die Deckenmalerei revolutionieren sollten – alle bedeutenden Künstler und Baumeister des frühen Barock waren in Tegernsee beschäftigt. Innerhalb von 100 Jahren schufen sie ein neues Kloster, das Größe und Pracht der tausendjährigen Geschichte widerspiegelte. Doch der Höhepunkt markierte zugleich das Ende. Am 17. März 1803 wurde das Kloster säkularisiert und auf Abbruch verkauft. Ein Teil der Gebäude und vor allem die Klosterkirche blieben dennoch erhalten. In den ehemaligen Klostergebäuden, die im 19. Jahrhundert den Wittelsbachern als Sommerresidenz dienten, ist ein Gymnasium untergebracht, die Kirche wurde zur Pfarrkirche.

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Hier kann man alles machen – in der Tegernsee-Schliersee-Wendelstein-Region: die Seele baumeln lassen, Bot fahren auf den Seen oder Biken und Wandern nach Herzenslust. In dieser Gegend zwischen Seen und Bergen werden Sie Bayern ganz sicher kennen lernen.

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