Das 4478 Meter hohe Matterhorn über Zermatt in den Walliser Alpen ist der wohl bekannteste Berg in den Alpen, wenn nicht gar der ganzen Welt. Dies verdankt es zum einen seiner einmaligen Formgebung, zum anderen seiner Erstbesteigungsgeschichte, die im Jahre 1865 in einer Tragödie endete. Nachdem es dem Englänger Edward Whymper nach zähem Ringen gelungen war, den Gipfel am 14. Juli 1865 als Erster zu betreten, kamen beim Abstieg vier seiner Begleiter, die Engländer Lord Francis Douglas, Charles Hudson, Robert Douglas Hadow und der aus Chamonix stammende Bergführer Michel Croz, durch einen Seilriss ums Leben. Nur Whymper und die beiden Bergführer, Vater und Sohn Peter Taugwalder aus Zermatt, überlebten die Katastrophe. Ein beeindruckendes Bild der damaligen Geschichte zeigt der im Jahre 1936 entstandene Film, »Der Berg ruft« von Louis Trenker, dessen in Schwarz-Weiß gehaltenen Bilder auch heute noch nichts von ihrer Dramatik verloren haben.Wenn auch uns der Berg ruft, können wir diesem Ruf mit dem Fahrrad folgen. Von Visp im Rhônetal führt uns eine gut ausgebaute Straße bis hinauf nach Zermatt, fast bis an den Fuß des Berges heran. Besondere Dramatik entwickelt sie mit ihren knapp 1000 Höhenmetern und Steigungen bis 10 % dabei nicht und die Gefahren liegen allerhöchstens im starken Verkehrsaufkommen, zählt Zermatt doch im Sommer wie im Winter zu einem der größten Touristenplätze der Welt. Wir werden deshalb nicht allein sein, wenn wir in Visp (km 0,0) der Beschilderung »Zermatt« folgend am gleichnamigen Flüsschen entlang auf ebener Trasse das Visper-Tal einwärts nach Neubrück (km 4,5) radeln. Erst hinter der nächsten Ortschaft Ackersand (km 5,5) nimmt die Steigung auf 8 % zu, wir überqueren die Mattervispa und radeln über Kehren mit 10 % Steigung durch die Ortschaft Stalden (km 7,0). Am Ortsende überqueren wir den Fluss nochmals, der sich hier schon tiefer in eine Schlucht eingegraben hat, und biegen an der folgenden Kreuzung (km 9,0) in das Mattertal ein.Dessen Verlauf gestaltet sich anfangs eher unschwierig für uns. Mit 7 % steigt die Straße auf den nächsten Kilometern an, um dann leicht zu einer Lawinengalerie (km 11,0) abzufallen. Auch bis St. Niklaus (km 15,5) sind nur leichte Steigungen zu bewältigen und die im Ort ansetzende 9 %ige Steigung geht nach einer kurzen Galerie (km 19,5) bis Mattsand wieder in eine Abfahrt über. Das Tal weitet sich und vor uns zeigen sich die beeindruckenden Gletscher des Breithorns, mit dem dunklen Felssporn des kleinen Matterhorns, das tatsächlich als Miniaturausgabe seines größeren Namensvetters, durchgehen könnte. Hinter Herbriggen (km 22,5) folgt ein etwa drei Kilometer langer Anstieg nach Randa (km 27,0), das den Bergsteigern unter uns als Ausgangspunkt für die Besteigung des 4545 Meter hohen Dom, immerhin des höchsten gänzlich in der Schweiz gelegenen Gipfels, bekannt sein müsste. Das Matterhorn, welches die Schweizer sich mit den Italienern teilen müssen, zeigt sich dagegen noch nicht und auch in Täsch (km 30,0) ist davon noch nichts zu sehen.Im Dezember 1972 wurde in einer Volksabstimmung beschlossen, die Straße hier enden zu lassen, und so scheint der Ort im Wesentlichen aus einem riesigen Parkplatz zu bestehen. Wer ein Begleitauto dabeihat, muss dies hier stehen lassen, denn der Weiterweg ist nur mit der Zahnradbahn möglich. Mit dem Rad können wir die Trasse hinauf nach Zermatt ohne Probleme benutzen. Die zeigt sich zwar etwas schmal und holprig, dafür aber durchgehend asphaltiert. Wer jedoch glaubt, die restlichen fünf Kilometer gänzlich vom Autoverkehr ungestört zurücklegen zu können, irrt leider. Die Weiterfahrt für motorisierte Verkehrsteilnehmer ist zwar nur mit Bewilligung der Kantonpolizei erlaubt, diese scheint mit der Erlaubnis allerdings recht großzügig umzugehen. Zum Glück warten aber keine großen Schwierigkeiten mehr auf uns. Zwar zieht die Trasse gleich zu Beginn auf einer Länge von einem Kilometer auf 10 % an, dann aber folgt ein längerer, fast flacher Abschnitt, bevor erst auf dem letzten Kilometer die Steigung nochmals auf 10 % zulegt. Das Matterhorn versteckt sich vor uns bis zum letzten Meter. Erst mit Erreichen des Ortsanfangs (km 35,0) von Zermatt liegt es vor uns.
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Infos:
Die Strecke ist sehr stark befahren. Ein frühzeitiger Aufbruch ist deshalb empfehlenswert. Zwischen Täsch und Zermatt ist die Befahrung der Strecke Kraftfahrzeugen zwar nur mit Ausnahmegenehmigung der Kantonspolizei gestattet, allerdings ist auch hier mit erheblichem Verkehrsaufkommen zu rechnen.
Notiz:
Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 10 % Höchststeigung, Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar
Sehenswertes:
Von Zermatt Aussicht auf das Matterhorn
Hot-Spots in der Nähe:
Stecknadelhorn zwischen Nadelhorn (links) und Hohberghorn (ganz rechts), gesehen vom Ulrichshorn (von Nordost)
Nadelhorn, Stecknadelhorn und Hohberghorn (Nadelgrat) vom Ulrichshorn aus gesehen
Nadelhorn vom Ulrichshorn (Nordosten) aus, rechts zieht der Nadelgrat über Stecknadelhorn und Hohberghorn
Täschhorn, Dom und Lenzspitze (von links)
Die Mischabel (Mudjabal arab. Gebirgskette) ist ein dreigipfliges, insbesondere von Saas-Fee aus sichtbares Bergmassiv in den Walliser Alpen, zwischen
Das Barrhorn ist ein Dreitausender in den Walliser Alpen auf der westlichen Seite des Mattertals. Es befindet sich 6 km nördlich des Weisshorns
Täschhorn, dahinter Dom und rechts Alphubel
Das Allalinhorn ist ein 4027 Meter hoher Berg in den Walliser Alpen.
Das Rimpfischhorn ist ein Viertausender in den Walliser Alpen. Ausgangsorte sind Zermatt oder Saas Fee.
Bella Tola und Rothorn
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Im Norden liegen die Berner und Waadtländer Alpen, im Süden die Walliser Alpen mit den 10 höchsten Bergen der Schweiz (Mischabel- und Monte-Rosa-Massiv). Viertausender und noch viel mehr bietet der Kanton Wallis in der Schweiz. Entdecken Sie selbst die Einzigartigkeit!
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