Künstlerdorf Ahrenshoop Ab den 1880er-Jahren entdeckten Maler, Kunsthandwerker und Schriftsteller das ehemalige Seefahrerdorf. Der 1909 als Ausstellungsgebäude errichtete blaue »Kunstkaten« mit seinem Reetdach im Fischlandstil am Strandweg 1 dient auch heute wieder Kunstausstellungen und kulturellen Veranstaltungen und ist das Wahrzeichen des Orts. Als Geburtsjahr der Ahrenshooper Künstlerkolonie gilt 1892, als der Landschaftsmaler Paul Müller-Kaempff in der Dorfstraße 18 das erste »Malerhaus« in Ahrenshoop errichten ließ. Bald ließen sich weitere Künstler Häuser errichten. In ihren Gemälden hielten die Ahrenshooper Künstler die Weite und Schönheit der Landschaft von Darß und Fischland fest. Inspirieren ließen sie sich von der See und den Steilufern ebenso wie vom Ahrenshooper Holz, das heute als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist: Während das Fischland völlig unbewaldet ist, finden sich im Ahrenshooper Holz Tausende von Stechpalmenhorsten unter bis zu 400 Jahre alten Buchen.
Darßwald Von Ahrenshoop führt die Blaustrich-Markierung des E 9 aussichtsreich Richtung Darßwald, bald auf einem Landschutzdeich. Links bleibt der FKK-Stand liegen, der Deich taucht in den Darßwald ein und führt in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Wenn der Landschutzdeich endet, verzweigen sich die Wege: Links geht es zum Strand, wo der abwechslungsreiche Strandwanderweg der Küste bis zum Leuchtturm Darßer Ort folgt. Die Alternative zum naturnahen und oft steinigen Strandwanderweg bildet der bequeme E 9: Auf fahrradfähigen Wegen leitet er im Wald zur Schutzhütte an der Wegespinne Großer Stern und dann schnurgerade nordwärts, bis links der Leuchtturmweg zum Leuchtturm Darßer Ort abzweigt. Für welche Route man sich auch entscheidet: Die Strandwallebene des Darß zählt zu den urtümlichsten Naturlandschaften der Ostseeküste, der Darßer Urwald mit seinen bis zu 400 Jahre alten Baumriesen, der Wechsel aus vermoorten »Riegen« und wallartigen »Reffen« mit aufsitzenden Dünen, die kilometerlange Steilküste des Weststrands und die Anlandungsgebiete des Darßer Orts bilden ein Naturparadies, das für Mitteleuropa einzigartig ist. Das Gebiet wird auch als »Neudarß« bezeichnet, da es erst in den letzten knapp 4000 Jahren durch Aufspülung von küstenparallelen Strandwällen (»Reffe«) entstanden ist, wobei dieser Prozess andauert, sodass sich diese Küstenlandschaft als Raum in stetem Wandel präsentiert: Alljährlich nagt die See einen halben Meter von den Steilküsten des Weststrands ab und landet den Sand am Darßer Ort und am ständig sich verbreiternden Prerower Strand wieder an. Am Weststrand finden sich über 100 Reffe. Die durch Dünen aufgehöhten Reffe erreichen Höhen von 2 bis 10 m. Im Bereich des Darßwalds finden sich in vielen Riegen längliche Strandseen wie die Bramhakenseen. Da sie zur Verlandung tendieren, sind an die Stelle der meisten Seen Moore getreten, so im Bereich des Heidensees und des Schmalreffsees. Die erhaltenen Seen sind wunderschöne Ausflugsziele, zum Beispiel der Theerbrennersee.
Leuchtturm Darßer Ort Der Leuchtturm Darßer Ort an der Nordspitze des Darß ist der älteste heute noch betriebene Leuchtturm an der Ostseeküste. Seit 1849 sichert er die Kadettrinne, eines der schwierigsten Fahrwasser der Ostsee mit zahlreichen Untiefen und wandernden Sandbänken. Jährlich steigen mehr als 120000 Menschen die 134 Stufen hinauf, um in 33m Höhe den Ausblick auf die Darßlandschaft und die Ostsee zu genießen. An klaren Tagen reicht der Blick bis zu den dänischen Inseln. Im Leuchtturm und seinen Nebengebäuden ist das Natureum untergebracht, eine Außenstelle des Meereskundemuseums Stralsund. Es dokumentiert die Entstehung, Entwicklung, Flora und Fauna der Landschaft am Darßer Ort. Im »Ostsee-Aquarium« tummeln sich Fische und Wirbellose, die auch das Wasser vor dem Darßer Ort bevölkern. Den Besucher erwarten ein informatives Angebot sowie Museumsladen und Café und Naturführungen. Der Darßer Ort an der Nordspitze des Darß ist eines der markantesten Anlandungsgebiete der Ostseeküste. Als 1848 die in Neuhaus/Ueckermünde gebrannten Ziegel für die Errichtung des Leuchtturms per Schiff zur Baustelle transportiert wurden, befand sich der Strand direkt am Leuchtturm; heute breiten sich seeseitig des Turms mit Kiefern bewachsene Dünen aus.
Anlandungsgebiet Vom Leuchtturm führt ein 5 km langer Rundwanderweg mit zahlreichen Aussichtsstellen durch das Anlandungsgebiet des Darßer Orts. Er folgt in etwa dem Küstenverlauf von 1884, führt über Dünen und – teilweise auf Bohlenstegen – durch naturbelassene Feuchtgebiete. Informationstafeln
erläutern die Wandlungsprozesse in diesem Gebiet, Aussichtsturmgerüste machen die Landschaft überschaubar. Von einem dieser Aussichtspunkte schweift der Blick über den Fukareksee zur ehemaligen Bernsteininsel, die inzwischen fest mit dem Darßer Ort verwachsen ist. Sie trägt ihren Namen, weil hier nach Frühjahrs- und Herbststürmen besonders viel Bernstein gefunden worden sein soll. Unweit der Bernsteininsel hatte die DDR-Marine im Westen des Darßer Orts einen kleinen Hafen. Dieser »Nothafen« wird heute von Segelyachten genutzt. Vom Nothafen führt der Strandwanderweg in das Ostseebad Prerow; bequemer ist der autofreie Zufahrtsweg im Wald. Das Ostseebad Prerow ist der Hauptort des Darß.
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Leichte Wanderungen in Ostdeutschland
Die 40 schönsten Tal- und Höhenwanderungen zu herausragenden Natur- und Kulturzielen in Ostdeutschland präsentiert Bernhard Pollmann in einer Auswahl für Genusswanderer und Familien mit Kindern. In den abwechslungsreichen Landschaften vom Erzgebirgskamm bis zu den Kreidefelsen auf Rügen stehen dabei gut ausgeschilderte und eher leichte Wanderwege im Vordergrund. Überall führen sie zu den Highlights der Region.
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Usedom ist ein Natur- und Kulturidyll mit Wanderrouten vom Feinsten: Artenreiche Buchenwälder, idyllische Binnenseen und hoch aufragende Steilküsten wechseln mit Mooren, Feuchtwiesen, Boddengewässern und endlosen Stränden. Auf der Seeseite finden sich einige der bekanntesten Ostseebäder mit der prunkvollen »Seebäderarchitektur«. In 30 Wanderungen – auch auf der polnischen Nachbarinsel Wollin – stellt Bernhard Pollmann die Insel im äußersten Osten Deutschlands vor.
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