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Am Nordrand der Schwäbischen Alb bei Reutlingen

Der Glemser Stausee am Fuß der Schwäbischen Alb Wander-, Rad- und Autotouren abseits des Trubels. GPS-Track beinhaltet die Wanderung auf den Stöffelberg und zu den Wiesazseen. (Autor: Ute und Peter Freier)
Wandern Frühling Sommer Herbst
Länge der Tour 8 km
Höhendifferenz 310 m
Dauer 3 h
Schwierigkeit Mittel
Tourencharakter Die Autotour von Reutlingen auf die Hochfläche der Schwäbischen Alb bietet u. a. Aussichtspunkte, eine Tropfsteinhöhle und einen jahrhundertealten Gestütshof. Wer die Tour unterbrechen und zu Fuß unterwegs sein möchte, kann die überwachsenen Reste der Burgruine Stöffelberg und die Wiesazseen bei Gönning- en erkunden oder zu einem Aussichtsturm auf dem Rossberg hochsteigen, von der Nebelhöhle zum Schloss Lichtenstein wandern oder während eines Spaziergangs bei Holzelfingen von der Talkan-te auf Schloss Lichtenstein blicken. Außerdem ist es möglich, beim Gestütsgasthof St. Johann den Aussichtsturm Hohe Warte zu be-steigen oder Stuten mit ihren Fohlen am Fohlenhof zu beobachten, auf der Eninger Weide ein Wildgehege zu besuchen oder am Fuß der Alb bei Glems einen kleinen Stausee zu umrunden.
Beste Jahreszeit Frühling, Sommer, Herbst
Ausgangspunkt Reutlingen
Endpunkt Etappenabhängig
Verkehrsanbindung A 8, Stuttgart – München, Anschlussstelle 52 b (Degerloch), B 27 in Richtung Reutlingen/ Tübingen und nach ca. 20 km abbiegen nach Reutlingen
Einkehrtipp Achalm Restaurant-Café Achalm, kein Ruhetag Holzelfingen Stahlecker Hof, Mo Ruhetag St. Johann Gestütsgasthof St. Johann, Mo Ruhetag Bei Glems Stausee-Hotel, Mo Ruhetag
Für das Hochladen eigener Bilder bitte registrieren/anmelden.

Von Reutlingen nach Gönningen.
Vor dem Beginn der Autotour in Reutlingen lohnt ein Besuch des auf halber Hanghöhe der Achalm stehenden Restaurant-Cafés Achalm, denn die große Terrasse erlaubt einen hervorragenden Blick auf die Stadt und den bewaldeten, steil ansteigenden Albrand. Auf dem Gipfel des kegelförmigen Reutlinger Hausbergs Achalm steht die nur zu Fuß in etwa 30 Minuten erreichbare Burgruine Achalm, deren Bergfried als Aussichtsturm dient. Die Stadtmitte von Reutlingen verlassen Sie in Richtung Stadion Kreuzeiche/Gönningen. So gelangen Sie in das unmittelbar am Fuß des Albrands im Tal des Flüsschens Wiesaz gelegene Gönningen, dessen Grünanlagen, insbesondere aber der Friedhof im Frühjahr, von einer verschwenderischen Fülle farbenprächtiger Tulpen geprägt sind. Sehenswert ist auch das Samenhandelsmuseum im Rathaus (Mi, Fr 8–12, Do 8–12 und 14–17 Uhr, Mai–Sept. auch So 11–15 Uhr), in dem dokumentiert wird, wie seit Mitte des 18. Jahrhunderts aus Existenznot ein Teil der Gönninger Kleinbauern und Tagelöhner mit Samen und Blumenzwiebeln im Gepäck als Hausierer loszog. Dieser Handel erwies sich als so einträglich, dass im 19. Jahrhundert sogar Handelsfahrten bis nach Russland und in die Vereinigten Staaten unternommen sowie einige Handelsniederlassungen im Ausland gegründet wurden.
Der Rossberg und die Nebelhöhle.
In Gönningen halten Sie sich am auffälligen Rathaus mit Arkaden rechts und gelangen auf der schmalen, steil ansteigenden Rossbergsteige hinauf zur Kante der Albhochfläche. Rechter Hand erhebt sich der kegelförmige Rossberg (869 m), auf dem sich ein Aussichtsturm und eine Gaststätte befinden. Kurz hinter Genkingen biegen Sie links ab in Richtung Pfullingen und wenden sich gleich wieder nach rechts zur Nebelhöhle, einer 380 Meter langen Tropfsteinhöhle, die als eine der schönsten Schauhöhlen der Schwäbischen Alb gilt. Bekannt wurde die Höhle durch den Besuch des württembergischen Kurfürsten Friedrich im Jahr 1803 und das alljährlich am Pfingstmontag gefeierte Nebelhöhlenfest, das erste Höhlenfest auf der Alb. Zur Bekanntheit trug aber auch Wilhelm Hauffs Roman »Lichtenstein« (1826) bei, demzufolge sich, historisch allerdings nicht belegt, Anfang des 16. Jahrhunderts der berüchtigte, wegen schwerer Rechtsbrüche vom Kaiser geächtete württembergische Herzog Ulrich vor seinen Häschern in der Nebelhöhle versteckt hielt.
Über St. Johann, Eningen unter Achalm und Glems nach Metzingen.
Von der Nebelhöhle führt das Sträßchen weiter zur Kalkofenhütte und hinunter nach Lichtenstein-Unterhausen im Tal der Echaz. Aus dem Ort folgen Sie einer alten Steige in das an der Kante der Albhochfläche gelegene Holzelfingen und biegen im Ort links ab in Richtung St. Johann-Ohnastetten. Vorbei an der Linksabzweigung zur Gaststätte Stahlecker Hof gelangen Sie auf der sanft gewellten Albhochfläche durch Ohnastetten und Würtingen zum Gestütshof St. Johann – in dem für Besucher offenen Stall stehen Hengste – mit einer Gaststätte und einem Hofladen. Nach weiteren 1,5 Kilometern passieren Sie die Rechtsabzweigung eines Sträßchens, das auf die Eninger Weide mit Grillstellen und einem Rotwild- sowie einem Schwarzwildgehege führt. Von der Albhochfläche führt die Straße hinab nach Eningen unter Achalm, wo Sie sich gleich am Ortsbeginn rechts halten, an einem Kreisverkehr erneut rechts und nach 500 Metern wieder rechts abbiegen in Richtung Glems. Auf der kurvenreichen Straße, vorbei an einem Hotel-Restaurant oberhalb des Glemser Stausees, und durch den kleinen Ort Glems erreichen Sie das Tal der Erms und folgen in Neuhausen der Ortsdurchfahrt talabwärts nach Metzingen. Hier lohnt zum Abschluss der Tour ein Besuch des Kelternplatzes, denn das Ensemble von sieben Keltern ist einzigartig in Baden-Württemberg. In einer der restaurierten Keltern wurde ein Weinmuseum eingerichtet, in einer anderen Kelter befinden sich ein Eiscafé und ein Restaurant.
Wanderungen.
(1) Auf den Stöffelberg und zu den Wiesazseen.
Von Gönningen steigen Sie am bewaldeten Südhang der kleinen Berghalbinsel Stöffelberg zur Hochfläche auf (Markierung: blaue Gabel) und erreichen die Gräben und die zu überwachsenen Wällen erodierten einstigen Mauern der Burgruine Stöffelberg. Es handelt sich um eine so genannte Abschnittsburg, d. h. hier standen zwei eigenständige Burgen unmittelbar hintereinander. Entlang der Hangkante führt der Weg zu einem Aussichtspunkt mit Grillstelle an der nördlichen Talkante, wenig später über die Hochfläche und entlang des Waldrands an der südlichen Hangkante. Nach dem Abstieg (blaues Dreieck) in das Tal der Wiesaz liegen jenseits einer Landstraße die drei Wiesazseen und ein stillgelegter Steinbruch, in dem der durch Kalkablagerungen im Flussbett gebildete Kalktuff (Sinter) gebrochen wurde. Aufgrund seiner Porosität dämmt Kalktuff die Wärme und wurde infolgedessen häufig für den Hausbau benutzt, wie an zahlreichen Gebäuden in Gönningen zu sehen ist. Sie umrunden den ersten der drei Seen und stoßen weiter talabwärts (keine Markierung) an einem Parkplatz auf einen Forstweg, den Sie nach 200 Metern nach rechts verlassen. Zunächst im Wald, anschließend auf der offenen Talsohle kehren Sie bequem nach Gönningen zurück.
(2) Von der Nebelhöhle zu Schloss Lichtenstein.
Entlang des Albtraufs (Markierung: rotes Dreieck, HW 1 und HW 5) führt der Weg über die Gaststätte Kalkofenhütte zum Aussichtsfels Gießstein an der Kante des Echaztals und zu dem auf einem steil fallenden Felsen sitzenden »Märchenschloss« Lichtenstein (Führungen April–Okt. täglich, Nov., Febr. und März nur Sa, So und Feiertage). Anhand der »roten Gabel« gelangen Sie zur Kalkofenhütte und kehren auf dem vom Beginn der Wanderung bekannten Weg zur Nebelhöhle zurück.
Spaziergänge.
(1) Auf den Rossberg.
Am Nordhang des Rossbergs führt ein Waldweg hinauf zum Aussichtsturm mit der Gaststätte Rossberghaus (Mo und Di Ruhetag). Beim Abstieg am Westhang folgen Sie zunächst der Markierung »blaue Gabel«, anschließend dem »blauen Dreieck« zum Fuß des Rossbergs. Nach links (keine Markierung) kehren Sie am Fuß des Rossbergs in einem weiten Bogen zum Parkplatz zurück (2,5 km / knapp 1 Std.).
(2) Zur Kante des Echaztals.
Von der Kirche in Holzelfingen führt ein Wirtschaftsweg (Markierung: blaues Dreieck) an die Kante des Echaztals und nach links entlang der Talkante zu einem Aussichtspunkt, von dem aus Schloss Lichtenstein an der jenseitigen Talkante zu sehen ist. Auf einem links abzweigenden Weg (Markierung: rotes Dreieck, HW 1) kehren Sie nach Holzelfingen zurück (4 km / 1 ¼ Std.).
(3) Zur Hohen Warte.
Vom Gestütshof St. Johann führt eine Allee zum nahe gelegenen Waldrand (Markierung: rotes Dreieck, HW 1) und geradeaus steigt ein Waldweg kurz an zu dem vom Albverein errichteten Aussichtsturm (820 m; hin und zurück 1,5 km / 30 Min.).
(4) Zum Fohlenhof.
Vom Gestütshof St. Johann führt eine weitere, nahezu schnurgerade Allee 1,5 Kilometer weit zum Fohlenhof, in dem Stuten mit ihren Fohlen gehalten werden. Der Stall ist nicht zugänglich, aber oftmals sind die Tiere auf den Koppeln zu sehen (hin und zurück 3 km / 1 Std.).
(5) Die Eninger Weide.
Bequem lassen sich auf breiten Wirtschafts- und Waldwegen ein Schwarzwild- und ein Rotwildgehege umrunden (knapp 1,5 km / 30 Min.), und wer den Spaziergang um 20 Minuten ausdehnen möchte, geht anschließend an einem nahezu kreisrunden Speicherbecken entlang zum Wanderheim Eninger Weide (geöffnet Sa und So ab 9 Uhr, März–Okt. auch Do und Fr ab 14 Uhr).
(6) Umrundung des Glemser Stausees.
Am Parkplatz beim Stausee-Hotel beginnt ein bequemer Weg, der sich am Westufer vom Stausee entfernt, durch Wald zum Nordufer und zurück zum Ausgangspunkt führt (gut 3 km / 1 Std.).

Hier können Sie sich den GPS-Track in verschiedenen Formaten downloaden:

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Diese Tour kann auch am Handy abgerufen werden.
Hierfür bitte diesen Link in Ihrem Handy-Browser eingeben:
www.planetoutdoor.de/mobile/1072

Diese und weitere Touren finden Sie in folgendem Buch:


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